At last! technique and nature in harmony!

(Dr. A. Strobl, Staatliche Graphische Sammlung, Munich)

Layered streaks, swabs and chunks of color are permeated by scratches. In effect Christof Rehm's lithographs are just coarsely - for example with a cloth - smeared traces, but even so one does not see his pictures as nonrepresentational color planes. It is not difficult for us to associate these color clouds with classically structured landscapes with foreground, middle ground and horizon. Human perception is probably poled to this schematic decryption. The rhythm of the surface distribution allows us to recognize bushes, trees, barren meadows and fields and - usually in the upper third of the pictures - the horizon line, which is joined to a sky that, in its painterly treatment, is hardly distinguishable from the landscape.


Chronik romantischer Reflexionen

(Dr. Andreas Kühne)

In der Ballade Romantycznosc (1822) des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz gibt es ein paar merkwürdige Zeilen, in denen eine ungewöhnliche Form der Wahrnehmung metonymisch mit mangelnder Sehschärfe gleichgesetzt wird. Karusia, die Heldin der Ballade, sieht am helllichten Tag Erscheinungen, die kein anderer Bewohner ihres Städtchens wahrzunehmen vermag. „Höre doch, Mädchen! So hört doch, ihr Leut’“, ruft daraufhin ein erboster Bürger in würdigem Alter: „Traut meinem Auge und dem Augenglas/ Nichts ist zu sehen weit und breit.“

Fama Europae - Festsaal 2016

Eine Installation als Tapetencollage aus Handyaufnahmen

(Dr. Thomas Elsen H2 - Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast Augsburg)

Die von Christof Rehm projektierte fotografische Installation ist ein raffiniertes Spiel mit historischen Ebenen. Sein bühnenhafter Illusionsraum, der mit fotografischen Mitteln eine begehbare Skulptur entwirft, stellt zugleich die Frage nach dem Umgang mit Räumen, mit Räumlichkeit und Ihrer Rekonstruktion. Die von Rehm erstellten Handy-Fotografien – vom Künstler in einer bewusst ‚schlechten‘ Qualität aufgenommen – wollen dabei ihre Wirkung weniger durch fotografisch-professionelle Brillianz entfalten, als vielmehr durch die Erzeugung einer ganz eigenen atmosphärischen Qualität. Die collagierten, zu einem Rundumbild zusammengefügten Einzelfotos ziehen sich als eigene Schicht (und Sicht) über die darunter liegende Ebene des im 19. Jahrhundert fotografierten Saals, der also an sich nicht selbst, sondern seinerseits schon medial vermittelt sichtbar wird: Der Raum erscheint hier als Idee, als eine künstlerische Projektion weniger anhand von, sondern durch die Fotografie. Damit wird die alte Frage nach dem, was wir sehen und wie wir es sehen, nach Bild und Abbild, nach den Dingen hinter den Bildern, letztlich nach unserem Blick auf die Welt und wie wir uns in ihr bewegen um eine weitere Nuance bereichert.