Sonne für Sander
47 landscapes with a sun
Indian ink on laser-copies of photographs by August Sander, mounted on cardboard, ca. 29 x 42 cm each, 2019
Sonne für Sander
In seiner Bildserie "Sonne für Sander" setzt Christof Rehm sich mit den neusachlichen Landschaftsfotografien August Sanders künstlerisch auseinander. Sander ist weithin bekannt für sein fotogafisches Mappenwerk "Menschen des 20. Jahrhunderts". In den 1930er Jahren begann er sich intensiv der Landschaft zu widmen.
Diese Aufnahmen wirkten auf Christof Rehm wie die Spielzeuglandschaften einer Modelleisenbahn. Der Mensch greift hier nach eigenem Gusto ein und richtet sich alles nach eigenem Belieben. Das ist nicht Natur, sondern Verfügungsmasse menschlicher Begehrlichkeit.
Sander formuliert das 1931 so:
"Auch ihr [der Landschaft] drückt der Mensch seinen Stempel auf durch seine Werke, so daß sie sich ebenfalls wie die Sprache aus den Bedürfnissen heraus entwickelt; er verändert dadurch oft das biologisch Gewordene. Auch in der Landschaft erkennen wir wiederum den menschlichen Geist einer Zeit, den wir vermittels des photographischen Apparates erfassen können."
Rehm kopiert eine Auswahl dieser auf ihn so pittoresk wirkenden Aufnahmen aus einem Buch und übermalt sie mit selbst gefertigten Tuschen aus verschiedenen Schwarzpigmenten. So eignet er sich die historischen Fotografien an und macht sie zu seinen eigenen Bildern. Sie sind nun gleichermaßen Kommentar zu Sanders Werken als auch Landschaftsbilder unserer Gegenwart geworden. Eine schwarze Hommage an August Sander.
Im Oeuvre Rehm's bilden sie das Bindeglied zwischen Fotografie und Malerei. Von diesem Ausgangspunkt aus entwickelt er seine Malerei nun immer in Bezug zu seiner eigenen Fotografie und umgekehrt, wenn auch Fotografie und Malerei bei ihm nicht mehr auf dem selben Bildträger erschienen.
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Christof RehmPavillon am Berghof
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